Klepper - Die Legende lebt

Am 7. Juli 2007 hatten alle die Gelegenheit das Flair der Original Klepper- Faltboote (www.klepper.de) kennenzulernen.

Die Geschichte der Faltboote

Eine 100-jährige Tradition nährt den Boden des berühmtesten Faltboot der Welt. 1907 begann alles durch den Rosenheimer Schneidermeister Johann Klepper. 1909 erfolgte dann die erste Faltboot-Expedition: die Ärmelkanalüberquerung von C.E. Layton. Daran schlossen sich sehr, sehr viele andere weltweite Expeditionen.

Ich stelle mir die Zeit vor, wie auch unser Bootshaus noch voll war mit stolzen Klepper-Faltboot-Besitzern. Sehr rar ist dieses Boot auf unseren Liegeplätzen geworden. Bei genauem Suchen kann man noch eins entdecken.

Das Material

Die Faltboote haben eine ganz besondere Ausstrahlung und bieten unserer Sinneswahrnehmung andere Qualitäten. Beim Berühren des Oberschiffes erlebt man eine angenehme Haptik. Es besteht aus einem speziellen, wasserdicht gewebten und imprägnierten Baumwollstoff. Das Unterschiff besteht aus einem äußerst robusten Kautschuk, dem Hypalon. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber z.B. spitzen Steinen wurde uns mit einem Messer eindrucksvoll demonstriert. Bis auf einem oberflächlichem Kratzer passierte gar nichts.

Bei dem Gerüst handelt es sich um mehrfach verleimtes Birkenspeerholz mit Eschenholzteilen, die durch ein patentiertes Steck-und Schnappsystem ohne jedes Werkzeug miteinander verbunden werden. In ca. 15 Minuten ist das Boot aufgebaut. Da heißt es dann: Rausholen, Aufbauen, Losfahren.

Das Probepaddeln

Auch wir sind losgefahren. Zuerst im Aerius Zweier. So viel Platz in einem Kajak hatte ich noch nicht erlebt. Es läuft gut geradeaus und erwies sich bei den windigen Böen als sehr kippstabil.

Dann ging es in den Aerius-Einer. Ich suchte vergeblich eine Schenkelstütze. Fühlte mich sehr geprägt vom Seekajakfahren im GFK-Boot und spürte auf einmal wie das Unterschiff sich den Wellen anschmiegte. Es fühlte sich geradezu weich und organisch an. Dadurch kommt es zu keinem Stampfen im Bug. Auf Steuerschläge reagierte es wider Erwarten schnell. Beim Durchführen der flachen und hohen Stütze zum Ausreizen des Kippmomentes zeigte es sich äußerst stabil. Ein sehr sicheres Fahrgefühl entsteht.

Was mich sehr fasziniert, ist die Möglichkeit das Boot zu besegeln und so die Kraft des Windes nutzen zu können.

Das Klepper Zelt

Zusätzlich wurde noch ein neu entwickeltes Baumwollzelt präsentiert. Es erinnerte mich an die Form eines Tippi-Zeltes und wirkte in seiner gesamten Konstruktion sehr stimmig. Ich habe ein Zelt der Ursprünglichen Form, mit einem sehr angenehmen Raumklima erlebt.

Der Veranstalter sorgte für das leibliche Wohl mit Laugenbretzeln und einem Fass Bier. Was wir auch alle sehr genossen haben. Ich kann jedem empfehlen, mal in die Luft dieser Kajak-Kultur zu schnuppern. Es war ein sehr angenehmer Nachmittag mit neuen Eindrücken aus der Welt der Kajaks.

 

Bericht und Fotos: Helga Matzpreiksch

 

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