SKC - Schleswiger Kanu-Club Haithabu

Aktuelles

Schleswiger Kanu-Club Haithabu e.V.

Hier findest du aktuelle Informationen des Schleswiger-Kanu-Clubs.

 


 

Die Sorge - nicht nur ein Fahrtenbericht

23.04.2017 (MH/AL)

Am 12. März 2017 trafen sich 8 PaddlerInnen des SKC zum von Andreas geplanten Winterpadddeln auf der Sorge. Nachdem die „Logistik“ des Autotransports erfolgt war, konnten wir gegen 11 Uhr an einem sonnigen, vorfrühligshaften Sonntag an der Eisenbahnbrücke zwischen Alt Duvenstedt und Owschlag komfortabel an einem Steg einsetzen.

Die Sorge verläuft hier zunächst durch Wiesen, ab Sorgwohld an Nadelwäldern vorbei in einer typischen Geestlandschaft. Die Sohlgleite in Sorgbrück erwies sich trotz niedrigem Wasserstand als gut fahrbar.

Anschließend paddelten wir durch ein sehr schönes Flusstal mit Mischwald rechts und links des Ufers bis Tetenhusen. Hier verändert sich die Landschaft. Die Sorge mäandert durch moorige Marschwiesen in vielen Kurven.

Ein Krautfang stellte das nächste Hindernis dar. Da wir dort sowieso Pause machen wollten, stiegen die meisten vorher aus, eine Unterquerung war aber durchaus möglich! Das Aussteigen erwies sich als wenig komfortabel: steiles Ufer und matschige Wiese wurden von einem Stacheldraht getrennt…

Die Pause verbrachten wir mangels Sitzgelegenheiten im Stehen, was nach dem Sitzen im Boot ja gar nicht so schlecht ist. Anschließend folgten noch knapp 5 kurvige Kilometer bevor wir bei Meggerdorf dem Verlauf der Neuen Sorge folgten. Die letzten knapp 4 km bis zur Sandschleuse vergingen bei leichtem Rückenwind trotz absoluter Geradlinigkeit wie im Flug. Insgesamt paddelten wir 22 km.

Der Rücktransport verlief dank des am Ziel abgestellten Trailers zügig.

Im Laufe des Tages tauchte die Frage auf, was es mit der „Alten“ bzw. „Neuen“ Sorge auf sich hätte. Da ein Verlauf der „Alten“ Sorge auch aus Landkarten nicht komplett zu rekonstruieren ist, habe ich versucht, die Entstehungsgeschichte zu ermitteln:

Die Sorge entspringt in den Hüttener Bergen als Boklunder Au, später Mühlenau. Ab der Zusammenführung mit dem Abfluss des Bistensees (Stente) heißt das Flüsschen dann „Sorge“.

Die Sorge durchquert die Geest und verlief im Übergang zur Marsch (bei Meggerdorf)  früher in einer riesengroßen Schleife (Sorgeschleife) zwischen den sog. Geestinseln und verband viele ehemalige Seen (Meggersee, Börmer See, Norderstapler See…) direkt oder durch Auen und Gräben miteinander. Hier gab es früher also sehr viel mehr Wasser!
Auch die Nordsee „versorgte“ über die Eider dieses Gebiet regelmäßig durch die Tide mit viel Wasser und bei Sturmflut gab es noch mehr.

Historisch befinden wir uns im beginnenden 17. Jahrhundert. Das Land gehörte überwiegend dem schleswigschen Fürstenhaus. Herzog Friedrich III ermöglichte zu dieser Zeit Holländern die Ansiedlung zwischen Eider und Treene, Friedrichstadt entstand. Unter den Holländern waren wasserbaukundige Männer, die 1623 einen Plan aufstellten, wie eine Trockenlegung der Sorgeniederung durchgeführt werden könnte. Insgesamt sollten 40 km² Fläche trocken gelegt werden, ein für damalige Verhältnisse schier unvorstellbares Unternehmen.

Schon im 15. Jahrhundert wurde der Erfder Damm gebaut, der gleichzeitig als Verkehrsweg zwischen den Geestinseln Erfde und Stapelholm diente.

1624 wurde dann größtenteils im Aushubbereich des Damms die Neue Sorge angelegt, die über die Sandschleuse in die Eider entwässert, das ist auch heute noch so. Mit dieser Umleitung der Sorge waren die Voraussetzungen für eine Nutzung des „Seengebietes“ gegeben. Die niedrigen Flächen wurden z.T. mit Deichen umgeben und mit Schöpfwerken versehen. Seit 1625 wurde der Börmer Koog so durch Windmühlen nach holländischem Vorbild entwässert, 1938 wurde das heutige elektrische Schöpfwerk Börm gebaut. Der Meggerkoog erhielt bereits 1835 eine dampfbetriebene Wasserpumpe, das jetzige Schöpfwerk Fünfmühlen wurde 1940 errichtet.

Beide Schöpfwerke pumpen das Wasser in die seit 1625 durch die Anlage der Neuen Sorge entlastete Alte Sorge. Über ebenfalls damals angelegt Schlote führte die Alte Sorge überschüssiges Wasser aus den Kögen über die Steinschleuse im Erfder Damm der Eider zu. 1914 wurde auch hier ein Schöpfwerk errichtet. Heute entwässern insgesamt 25 Schöpfwerke die Sorgeniederung in die Eider.

Bis dieses Entwässerungssystem funktionierte vergingen mehr als 300 Jahre. Vielfältige Hindernisse mussten überwunden werden:

  • Deichbrüche aufgrund der Unberechenbarkeit des Wasseraufkommens (von der Dürre bis zum Wolkenbruch, Schneeschmelze, Grundwasser, Sturmfluten)
  • Änderungen der Eigentums- und Besitzrechte (Punktuelles, zusammenhangloses Vorgehen, Verwendung minderwertiger Materialien, Vernachlässigung bereits erstellter Anlagen…)
  • Der 30-jährige Krieg
  • Naturkatastrophen (Sturmfluten führten zu Brüchen der Eiderdeiche)

Eine Besserung wurde durch  die 1702 erlassene „Sorckenkooges Deichordnung“ erreicht, in der im Wesentlichen die Landgewinnung durch Trockenlegung der Seen und Köge angelegt und als freie Ländereien aufgeteilt wurde. Dies hatte eine steigende Besiedlung zur Folge, was wiederum die Zahl der Leistungsträger erhöhte, die eigene Interessen an Sicherung und Erhaltung der Bewirtschaftungsflächen hatten.

So richtig funktioniert das gesamte Entwässerungssystem aber erst seit 1950, seitdem die Sandschleuse zum Schöpfwerk umgebaut wurde. Vorher gab es immer wieder große Probleme mit Überschwemmungen, da das Binnenwasser aus der Sorge bei hohen Wasserständen aus der Nordsee (Sturmfluten) infolge von Rückstau auf der Eider nicht mehr ablaufen konnte.

 

Text und Fotos: Meike Hauschildt

(Für eine Vergrößerung bitte auf das erste Foto klicken)

 


 

Jahreshauptversammlung 2017

bisheriger Vorstand des SKC Schleswig

19.03.2017 (MN/AL)

„Der Unterhaltungswert einer Jahreshauptversammlung ist nicht der, der das Paddeln bietet.“



Mit diesen Worten begrüßte die 1. Vorsitzende Doris Dibbern die zahlreich erschienenen Mitglieder des Schleswiger Kanu-Clubs „Haithabu“ e.V. zur diesjährigen Jahreshauptversammlung am 03. März 2017.


Trotz einer umfangreichen, aber vom Vorstand pflichtbewusst angesetzten Tagesordnung, in der u.a. Berichte verschiedener Vorstandsposten, Neuwahlen von Vorstandsmitgliedern sowie Danksagungen und zahlreiche Ehrungen enthalten waren, war die Jahreshauptversammlung doch keineswegs langweilig.


Für vier Vorstandsmitglieder endete 2017 gemäß Satzung die Amtszeit. So wurde der bisherige 2. Vorsitzende Uwe Montag und die Schriftwartin Hiltraut Erichsen erneut gewählt. Wanderwart Lars Werner und Pressewartin Rita Heide standen nicht für eine weitere Periode zur Verfügung. Somit wählten die Mitglieder als neue Wanderwartin Meike Hauschildt und für die Aufgaben des Pressewartes Melanie Nissen.


Auch in diesem Jahr wurden viele Mitglieder des SKC für ihre sportliche Leistung geehrt. Stellvertretend sei an dieser Stelle Otto Kaufholt erwähnt, der sozusagen für sein Lebenswerk im Kajaksport sein „Globus“-Abzeichen erhielt, welches vom Deutschen-Kanuverband für 40.000 gepaddelte Kilometer - also einmal um die ganze Welt - verliehen wird.


Bemerkenswert ist, dass es bei den Ehrungen keinen Altersschwerpunkt gab. So reichten die vielen Ehrungen über gepaddelte Kilometer im vierstelligen Bereich vom jugendlichen Alter bis zu unseren Senioren. Dies spiegelt deutlich wider, was für ein großes Zuhause der Paddelsport naturnahen Menschen mit Freude an Bewegung bietet. So darf sich der SKC glücklich schätzen, der mitgliederstärkste Kanusportverein in Schleswig-Holstein zu sein, in dem sich die Mitglieder so wohl fühlen, dass die Jahreshauptversammlung auch genutzt wurde, um drei von ihnen speziell für Ihre jahrzehntelange Treue zum Verein zu danken.


Nun kommt das Wohlfühlen in einem Verein nicht nur durch eine schöne Lage, praktische Räumlichkeiten und ein abwechslungsreiches Jahresprogramm. Zum einen bedürfen Grundstück und Vereinsräumlichkeiten stetiger Pflege und Wartung. Fahrten, Kurse und gemütliche Treffen funktionieren nur mit einer guten Organisation und zum Teil mit langer Planung. Zum anderen liegt es an jedem Mitglied selbst, durch Höflichkeit, Weitsicht und Mithilfe dazu beizutragen, dass es sich gut anfüllt, seine Freizeit im Verein zu verbringen.


So kann dieses Jahr aus der JHV vielleicht das Motto abgeleitet werden: „Jeder - hat - Verantwortung“.

 

Text und Fotos: Melanie Nissen

(Für eine Vergrößerung bitte auf das erste Foto klicken)